Geschichte der Enzberger Kirchengemeinde

Das alte Enzberg, undatiert

Im groben lässt sich die Geschichte der Enzberger Kirchengemeinde mit dem Jahr 1832 in zwei Abschnitte teilen:

•  die Zet vor dem Bau der Enzberger Kirche

•  und die Zeit nach dem Bau der Kirche 1832.

 

Hier können Sie den gesamten Text zur Geschichte der Enzberger Kirchengemeinde downloaden.

 

 

Geschichte der Enzberger Gemeinde vor 1832

Die Geschichte der Enzberger Georgskirche ragt weit ins Mittelalter zurück. Schon im Jahr 1145 - zwei Jahre vor der Gründung des Klosters Maulbronn - ist eine Kapelle für Enzberg erstmals urkundlich erwähnt; diese Kapelle war den Heiligen Isikus, Lorenz, Georg und Ulrich geweiht und so kommt der Name Georg zum ersten mal auf.

1321 wurden die Ortsherren aus Enzberg Lehensleute der Markgrafen von Baden. Damit fiel das Kirchenrecht für Enzberg samt Zehnten an die Kirche in Niefern, welches von dort aus bis ins beginnende 19. Jahrhundert wahrgenommen wurde. Von Niefern kam ein Frühmessner - ein niedriger Geistlicher -, der die Enzberger Gemeinde betreute und die Messe in der Kapelle zu Enzberg las. Die Sakramente spendete der Nieferner Pfarrer.

In der Zeit der Gotik (13. bis 15. Jahrhundert) wurde an der Stelle der kleinen Kapelle eine größere Kapelle erbaut. Der Chor hatte seine Ausrichtung nach Osten - also genau umgekehrt wie heute. Als ältestes Zeugnis der Enzberger Kirchen-geschichte ist dieses Kruzifix erhalten geblieben. Es ist an der Seitenwand zu sehen.

Die Reformation kam über die badischen Markgrafen nach Enzberg. In den großen Pestjahren des Dreißigjährigen Krieges war der Ort zeitweise gar nicht bewohnt. Mit dem westfälischen Frieden begann das Leben in der Gemeinde wieder. Doch sie war so arm, dass noch 1665 über die große Baufälligkeit der Kapelle geklagt wurde. 1698, während der Französischen Raubkriege, raubten die Bayern - Frankreichs Verbündete - die drei Kirchenglocken. Elf Jahre war die Gemeinde ohne Glockenklang.  Im Jahr 1732 reichte der Platz für die Gottesdienstbesucher nicht mehr aus. Enzberg hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 500 Einwohner. Immer noch wurde Enzberg kirchlich von Niefern aus betreut. Doch der Pfarrer kam nur jeden 2. Sonntag aus Niefern und für die Enzberger bedeutete die kirchliche Zugehörigkeit zu Niefern, dass von Taufen, Konfirmation, Trauung bis hin zu Bestattung alles in Niefern stattfinden musste. 1742 wurde der Friedhof hinter der Kirche angelegt und mit einer Mauer umgeben, so dass wenigstens die Bestattungen in Enzberg selbst stattfinden konnten.

 

 

Geschichte nach dem Bau der Enzberger Kirche 1832

Nach vielen Querelen und Verhandlungen kam 1818 die Gemeinde Enzberg kirchlich zur württembergischen Kirche und wurde vorerst der Gemeinde in Dürrmenz als Filiale zugesprochen. Der dortige Pfarrer Raßmann hielt die Sonntagsgottesdienste für die Enzberger in Niefern, denn die Kapelle in Enzberg war zu klein. Nach jahrelangen Verhandlungen wegen der Kostenfrage wurde endlich am 1. April 1832 die alte Kapelle niedergerissen. Nur der Turm und die angelehnte Wand blieben stehen. Schon am Totensonntag desselben Jahres, am 25. November 1832 wurde die Kirche in Enzberg eingeweiht.

Mit dem Bau der Kirche (1832) und dem Bau des Pfarrhauses (1842) sowie der Zuweisung einer Pfarrstelle für Enzberg wurde Enzberg eine eigenständige Kirchengemeinde. Der erste Pfarrer in Enzberg war Pfr. Staudenmayer, er zog im Jahr 1843 auf.

1891 wurde der Kirchturm erhöht. Im Jahr 1928 renovierte die Kirchengemeinde die Kirche gründlich innen und aussen. 1956/57 wurde das evang. Gemeindehaus gebaut. Die letzte Erneuerung der Kirche und die künstlerische Ausgestaltung erfolgte durch Prof. Yelin im Jahr 1963. Er gab unter Pfr. G. Kohler der Kirche ihr heutiges Gesicht. Seit der Wiedereinweihung trägt sie den Namen „Georgskirche.“