Renovierung der Orgel in der Georgskirche

Es tönen die „Lieder“ -

die Enzberger Orgel klingt wieder


Nach mühsamen und gründlichen Renovierungsarbeiten durch die Firma Lieb aus Bietigheim-Bissingen und der Abnahme der Arbeit durch den Orgelsachverständigen Hr. Goethe (siehe: ... aus dem Bericht des Orgelsachverständigen) wird / wurde die Orgel der Enzberger Georgskirche am 28. September 2014 im Gottesdienst durch die Bezirkskantorin Erika Budday zum ersten mal wieder gespielt und steht von da dann für die Enzberger Kirchengemeinde zur Verfügung.
Zahlreiche Spendenaktionen aber auch unzählige Spenden einzelner Gemeindemitglieder haben diese Renovierungsarbeiten in Höhe von ca. 34.000 Euro möglich gemacht, und gezeigt, wie wichtig den Enzbergern ihre Orgel ist. Das ist insofern erwähnenswert, als es von anderer Stelle keine Zuschüsse gibt.

Renovierung der Orgel in der Georgskirche, Sommer 2014

Gut 1 1/2 Jahre nach der Kirchenrenovierung war es nun soweit: Die Orgel in der Georgskirche wurde grundgereinigt und renoviert.

Starke Verschmutzungen und technische Defekte haben diese Überholung dringend notwendig gemacht und die Orgelbaufirma Lieb aus Bietigheim hat mit ihren Arbeiten begonnen.

Fast alle der über 1300 Orgelpfeifen wurden ausgebaut und größtenteils zum Überarbeiten in die Werkstatt der Orgelbaufirma gebracht. Die ganzen Dichtungen wurden beim Wiedereinbau selbstverständlich erneuert, damit zukünftig die Orgel „nicht aus dem letzten Loch pfeift“. Zum Beispiel waren bei den großen Prospektpfeifen die Füße zu erneuern, weil sie mit den Jahren unten aufgestoßen waren und die Gefahr bestand, dass sie herunterfallen könnten.
Von Beginn der Arbeiten an stand fest, dass das Klangbild der Orgel sehr grell ist und „entgiftet“ werden muss. Das hies, dass vor allem die hohen Töne grundtöniger gemacht werden sollten. Somit wurden die Pfeifen neu intoniert, das heißt, die Lautstärke und vor allem die Klangfarbe wurde so reguliert, dass alle Pfeifen eines Registers zueinander passen. Und eine weitere Konsequenz war, dass das Register „Terzian“, das sowieso keine Verwendung gefunden hatte, zu einem „Sesquialter“ umgebaut wurde. Äußerlich ist das nicht sichtbar, aber der Höreindruck unserer Orgel wurde dadurch verbessert.
Die große Windlade wurde geöffnet und gereinigt, der defekte Balg neu beledert und anschließend die Windlade wieder sorgfältig abgedichtet. Die anderen Bälge, die die Pfeifen mit Luft („Wind“) versorgen, wurden gängig gemacht und neu abgedichtet.
Auch die Mechanik unserer Orgel war in die Jahre gekommen! Die Trakturwinkel aus Hartplastik - das Medium der 60er Jahre - sind nach Jahrzehnten einfach spröde und rissig geworden, so dass sie ausgetauscht werden mussten; und zwar nicht wieder mit Plastik, sondern mit dem klassischen und wiederentdeckten Material „Holz“. Auch die Spieltraktur, die bis dahin mit Alu-Gestänge konstruiert war, wurde durch klassisches Holz ersetzt. Somit wurde das „Geklappere“ der Orgel deutlich reduziert.
Nebenbei sind solche „Kleinigkeiten“ wie eine ausreichende Beleuchtung an den kritischen Punkten in der Orgel genauso realisiert worden wie eine neue Beleuchtung für die Organisten oder ein einfach Zugang zum hintersten Winkel in der Orgel.

Ein Wort zu den Kosten

Und schließlich noch ein Wort zu den Kosten, denn das ist sehr erfreulich und stimmt mich persönlich sehr dankbar!

Die ganze Maßnahme ist mit 34.000 Euro kalkuliert. Das ist eine stolze Summe, zumal wir aufgrund der Schulden, die wir durch die Kirchenrenovierung haben, keinen einzigen Euro neue Schulden für die Orgelrenovierung einplanen können. Und erfreulicher Weise zeichnet sich ab, dass - wenn wir mögliche Spendengelder bei den Konzerten mit einrechnen - die Gelder für die Orgelrenovierung so gut wie da sind!

Herzlichen Dank für alle Spenden für die Orgel! Herzlichen Dank auch - und jetzt möchte ich eine Person namentlich erwähnen - an Maria Matzen-Mauch, die die Orgelrenovierung zu ihrer Sache gemacht hat und etwa den Orgellauf initiiert hat und während der Maßnahme immer vor Ort ist. Viele Spender hat sie persönlich angesprochen und so auch damit gesorgt, dass die Finanzierung steht.

Danke für alle Spenden, Danke für alle Unterstützung!

 

 

Impressionen von der Orgelrenovierung, Sommer 2014