Jährliches Weltmissionsprojekt

Jede Kirchengemeinde in Württemberg ist angehalten, einen Teil ihres Geldes einem Missionsprojekt zukommen  zu lassen. Damit wird deutlich: Wir reden nicht nur darüber, sondern setzen uns auch in der Tat dafür ein, dass die Lebensbedingungen von Menschen überall auf der Erde sich verbessern. Welches Projekt dies jeweils ist, sucht der Kirchengemeinderat aus.

In diesem Jahr haben wir uns für ein Projekt in Rumänien entschieden, es heißt "Ein Ort der Hoffnung für Bedürftige" und wird vom Evangelischen Entwicklungsdienst e.V. koordiniert.

"In der rumänischen Großstadt Brasov und dem angrenzenden Landkreis müssen die Menschen, so wie überall in Rumänien, fast ohne ein Netz von sozialen Diensten leben. Das trifft vor allem diejenigen hart, die sich nur begrenzt selbst helfen können: Alte Menschen, die von Armut und Einsamkeit betroffen sind, und Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden.

Alte Menschen stellen die Hälfte aller von Armut betroffenen Menschen in Rumänien dar. Die durchschnittliche Rente liegt zwischen 150 und 200 Euro. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten in vielen Bereichen so hoch wie im westlichen Europa. Menschen, die keine Kinder haben oder deren Kinder selbst von Armut betroffen sind, erfahren oft keine Unterstützung. lhr Lebensabend ist in hohem Maße von Sorgen und materiellen Nöten geprägt.
Das reformierte christliche Zentrum "Haus der Hoffnung" nimmt sich dieser Menschen an. Besonders kranke und schwache Menschen bekommen spezialisierte medizinische Betreuung und Hilfe in Dingen des täglichen Lebens — in ihrem Zuhause oder im Altenheim "Nikodemus". Alte Leute, die von sozialer Exklusion und Einsamkeit betroffen sind, werden im Tageszentrum des Altenheims einbezogen. So werden sie in ein soziales Netz integriert und können ihren Alltag selbstständig gestalten.

Für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist der Weg in ein würdevolles und selbstständiges Leben ebenso schwierig. Seit März 2012 können Betroffene kostenfrei Rechtshilfe vom Staat erhalten. Dafür müssen sie aber zuerst als "Überlebende von häuslicher Gewalt" anerkannt werden — ein administrativer Vorgang, vor dem viele zurückschrecken. So macht die Mehrheit der betroffenen Frauen ihre Rechtsansprüche nicht geltend. Im "Haus der Hoffnung" erfahren Frauen unbürokratisch und ohne Bedingungen die nötige Unterstützung. Betroffene erhalten Rechtsberatung, psychologische Begleitung und unkomplizierten Zugang zu den Diensten anderer sozialer Akteure, wie z.B. Sozialbehörden, Kinderschutzbehörden, Krankenhäuser u.a. Auch eine Notunterkunft steht ihnen zur Verfügung.

Dank der Arbeit von "Haus der Hoffnung" können Bedürftige wieder Hoffnung schöpfen. Die Einrichtung ist eingebettet in die Arbeit der örtlichen Gemeinde der Reformierten Kirche und ein eigenständiger Träger diakonischer Arbeit. Rund 2.000 Menschen werden hier jährlich unterstützt."

 

zitiert aus der Projektbeschreibung, Opfer für Weltmission 2017, Nr. 5