Passion / Karfreitag - Hintergründe und Gedanken - vgl. Matthäus 27,32-50

Der Name kommt von „kara“ (d.h. Trauer, Schmerz, Leid) und ist für viele Christen der höchste Feiertag. Wir erinnern uns daran, dass Jesus an diesem Tag die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wieder hergestellt hat, indem er stellvertretend für uns am Kreuz gestorben ist. Er hat unsere Strafe auf sich legen lassen und ist für uns gestorben, damit wir leben können. Am Kreuz geschieht ein Wechsel indem all unsere Sündhaftigkeit und alle verdiente Strafe auf Jesus gelegt werden, damit wir im Gegenzug unverdient und aus Gnade all das Gute empfangen können, dass Gott in Jesus für uns bereithält.

 

Passion / Karfreitag

Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen.

Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartet wäre. Aber er ist um unsere Missetat willen verwundet und um unsere Sünde willen zerschlagen.

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesaja 43


Passion

Ich kenne einen
der ließ sich von uns die Suppe versalzen
der ließ sich von uns die Chancen vermasseln
der ließ sich von uns das Handwerk legen
der ließ sich für dumm verkaufen
der ließ sich einen Strick drehen
der ließ sich an der Nase herumführen
der ließ sich übers Ohr hauen
der ließ sich von uns kleinkriegen
der ließ sich von uns in die Pfanne hauen
der ließ sich von uns aufs Kreuz legen
der ließ sich von uns Nägel mit Köpfen machen
der ließ sich zeigen was ein Hammer ist
der ließ sich von uns festnageln auf sein Wort
der ließ sich seine Sache was kosten
der ließ sich sehen am dritten Tag
der konnte sich sehen lassen
Lothar Zenetti

 


Gründonnerstag

Ja, den andern mal so richtig
  zeigen, wer der Boss ist!
  Aber der Dumme sein, der ihnen den Dreck wegmacht?
Ja, den andern mal so richtig
  begreiflich machen, was ein Hammer ist!
  Aber der sein, auf den man einschlägt?
Ja, den andern mal so richtig
  klarmachen, wer an allem schuld ist!
  Aber ohne schuld zu sein die Schuld auf sich nehmen?
Ja, den andern mal so richtig
  die Wahrheit sagen!
  Aber selber Wahrheit sein?
Ja, den andern mal so richtig
  den Kopf waschen!
  Aber die Füße?

Lothar Zenetti



Dein Kreuz - mein Heil

Dein Kreuz ist der Ort,
an dem der Vater mir
und allen Menschen begegnet
und uns mit sich versöhnt,
in dem Himmel und Erde sich berühren
und untrennbar verbunden werden.
Dein Kreuz ist der Zugang zum Heil,
die Öffnung zum Licht,
die Brücke zum Vater.
Dein Kreuz ist der Durchgang zur Heimat,
der Weg zum Leben.

Dein Kreuz liegt in allen Tiefen
und Abgründen meines Lebens.
An deinem Kreuz heilst du meine Zerrissenheit,
den Widerspruch und den Zwiespalt in mir.
An deinem Kreuz trägst du meine Krankheit
und lädst auf dich meine Schmerzen,
meine Verzweiflung und Anfechtung.
An deinem Kreuz hältst du
mein Elend und meine Not aus.
An deinem Kreuz hast du mein Leben durchsiegt.

Unter deinem Kreuz lege ich ab
meine Sünde und meine Eitelkeit,
meine Verzagtheit und meinen Kleinglauben,
alle Furcht und alle Sorgen.
Du entlastest mich
von meiner Schuld und meinem Ungehorsam.
Du hebst mich aus des Todes Staub
und stellst meine Füße auf weiten Raum,
da keine Bedrängnis mehr ist.
Alles, was war, ist und sein wird,
ist von deinem Kreuz gezeichnet.
In deinem Kreuz ist mein Dunkel,
das Dunkel aller Welten und Zeiten
überwunden vom Licht.
Dein Kreuz ist Sieg
über die Finsternis in mir,
über alle Reiche der Finsternis.
Dein Kreuz ist unübersehbares Zeichen
deiner Liebe zu mir.
Dein Kreuz ist meine Erlösung vom ewigen Tod.
Bruder Benedikt
Christusbruderschaft Selbitz

 


Mit ausgebreiteten Armen

Der, von dem ich erzählen will,
wurde geboren in Armut und starb,
noch jung, mit ausgebreiteten Armen
am Kreuz einen schrecklichen Tod.

Warum, worin bestand seine Schuld?
Oder anders gefragt: wem war er im Weg?
Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte
keinen vom Thron, zog nicht in den Krieg,
schrieb nicht einmal Bücher.

Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch,
war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen
am Rande des riesigen römischen Reiches.
Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel,
bis er die Werkstatt verließ und sein Dorf
und umherzog im Land, das Wort auszusäen.

Er sah, wie man weiß, weder Rom noch Athen.
Aber er sah seinen Vater im Himmel und
sah auf der Erde die Menschen im Dunkel
und lehrte sie sehn mit anderen Augen.
Er heilte die Kranken, rief Tote ins Leben.
So zog er umher und warb um die Herzen
und sprach von der Liebe, dem
Königreich Gottes.

Er starb, wie er lebte,
und lebt, wie er starb:
mit ausgebreiteten Armen.
Lothar Zenetti

 


Zwischen Himmel und Erde

Zwischen Himmel und Erde ist ein Riß
und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.
Zwischen Himmel und Erde sind wir noch
Und das, was wir nicht wollen, tun wir doch
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt,
wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier.

Zwischen Himmel und Erde hängst du dort,
ganz allein und verlassen von Mensch und Gott.
Zwischen Himmel und Erde hängst du dort,
wo die Balken sich kreuzen ist der Ort,
wo sich Himmel und Erde trifft in dir,
dort am Kreuz.

Und du selbst bist die Brücke und der Weg
In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

Zwischen Himmel und Erde leiden wir
an Zerrissenheit auf dem Weg zu dir
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.
Zwischen Himmel und Erde ist ein Steg
und du selbst bist die Brücke und der Weg
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.

Zwischen Himmel und Erde stehen wir
und wir treten in diesen Riß mit dir
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.
Du machst Himmel und Erde einmal neu,
doch dein Reich ist schon da und du bist treu
in dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit.
Albert Frey