Gott schenkt uns ein neues Herz und einen neuen Geist ...

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.
(Hesekiel Kapitel 36, Vers 26)

2017 wird es 50 Jahre, dass unter der Leitung von Prof. Christiaan Bernard die weltweit erste Herztransplantation in Kapstadt, Südafrika, durchgeführt wurde, dies war am 3. Dezember 1967.
Heute ist die Einsetzung eines neuen Herzens schon Routine geworden. Ein neues bzw. ein anderes Herz schenkt einem herzkranken Menschen Hoffnung auf ein besseres, längeres Leben.
Aber: Brauchen wir nicht alle ein neues Herz und einen neuen Geist, damit es auf dieser Welt friedlicher, menschlicher zugehen wird?

Die Jahreslosung 2017 lautet: „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist ¡n euch.“ (Hesekiel 36,26).

Für uns ist das Herz der Sitz der Gefühle.  „Es geht ihm ans Herz“, so sagen wir. Und das meint doch: es lässt ihn nicht kalt, sondern berührt ihn in seinem Innersten. Unter einem neuen Herzen verstehen wir vielleicht automatisch ein empfindsames Herz. Das Herz zur Zeit des Alten Testaments war dagegen der Ort der Vernunft und des Verstandes, des geheimen Planens und Überlegens und der Entschlüsse. Die Funktion des Gehirns war den Menschen im Alten Testament noch unbekannt war. Das schlagende Herz galt als der Ort, an dem der Mensch Pläne schmiedet und an dem sich sein Wille bildet. Mangel an Herz bedeutet zur Zeit des Alten Testaments nicht Gefühlskälte, sondern Gedankenlosigkeit, Unvernunft oder schlicht Dummheit.

Wer das Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff liest, findet diese Gedanken wieder: Der junge Köhler Peter Munk tauscht sein lebendiges Herz gegen ein steinernes Herz ein und wird, wie es der Waldgeist ihm versprochen hat, reich. Doch Mitleid kennt er nun nicht mehr. Sogar seine Frau erschlägt er im Zorn darüber, dass sie einem Bettler gelegentlich etwas gibt. Gott sei Dank schafft es der Kohlenpeter mit einer List, sein lebendiges Herz zurückzubekommen. Seine Frau wird wieder lebendig und er hat gelernt: Ein kaltes, steinernes Herz - damit kann ich nicht leben. Denn zum Leben gehört das Fühlen dazu. Zum Leben gehört ein Geist, der sich in andere hineinzuversetzen vermag, der mit dem anderen mitleiden kann, der sich aber auch mitfreuen kann.

„Ihr habt ein Herz aus Stein, ihr seid kalt und abgestumpft.“ Das wirft Gott seinem Volk vor, das in der babylonischen Gefangenschaft lebte. Anscheinend hatte sie das harte Leben hart gemacht. Auch unter uns scheint mancher ein hartes, gefühlloses Herz zu haben. Und wenn man dann jemanden erzählen hört, was er erlebt hat, dann verstehe ich ihn sogar, zumindest ein Stück weit. Doch kommt man mit einem harten Herzen besser durchs Leben? In den USA ist Donald Trump zum neuen Präsidenten gewählt worden. Ich bin mir nicht sicher, ob Trump zum Trumpf für die USA wird. Nach seinen bisherigen Äußerungen scheint er kein Herz zu haben, das sich in andere hineinversetzen kann … „Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und legen einen neuen Geist in euch.“ Und weiter heißt es: „Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
Menschlichkeit braucht es, Menschen, die ein Herz für andere haben, die das Leben der anderen respektieren. Ein neues Herz und einen neuen Geist wünsche ich uns allen, mir, Ihnen, aber auch den IS-Terroristen, die so viel Leid über andere bringen, allen, die meinen, mit Gewalt etwas ändern zu wollen, allen, die nicht bereit sind, andere Meinungen anzuhören, allen, die nur sich sehen.

Möge Gott uns ein neues Herz schenken und einen neuen Geist in uns legen.

 

 

"Ein neues Herz" - Lieder zur Jahreslosung 2017

Zur Jahreslosung 2017 gibt es vom Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ein Musikvideo ...

Text (zu Hesekiel 36,26): Gottfried Heinzmann
Musik: Hans-Joachim Eißler

 

 

 

Zur Jahreslosung 2017 gibt es in Verbindung mit dem CVJM Ludwigsburg von LUXkollektiv ein Musikvideo ...

Text (zu Hesekiel 36,26) und Musik: Martin Ergenzinger

 

 

 

TEXT:
Mein Herz ist zerbrochen / wie das Display eines Telefons,
es schlägt zwar noch, / doch die Bedienung fällt mir schwer.
wär ein Bein gebrochen, / humpelt es herum und hofft, dass du
dich endlich zeigst, / denn deine Hilfe fehlt mir sehr.

Du hast gesagt, dass du mich halten kannst.
Du machst aus meiner Trauer einen Tanz.
Stell dich zwischen mich und meine Angst.
Spiel mir ein Lied und:

Lass mein Herz wieder tanzen!
Reanimiere den Rnythmus in mir!
Lass mein Herz wieder tanzen!
Entfache dein Feuer neu in mir!

Tausend graue Wolken / haben’s sich in mir bequem gemacht
und Regen tropft / ununterbrochen auf mein Herz.
Als würde man mich foltern, / meine Seele ist ganz aufgequoll’n,
wie lange noch, / bis du mich hörst in meinem Schmerz?

Du hast gesagt, dass du mich halten kannst.
Du machst aus meiner Trauer einen Tanz.
Stell dich zwischen mich und meine Angst.
Spiel mir ein Lied und:

Lass mein Herz wieder tanzen!
Reanimiere den Rnythmus in mir!
Lass mein Herz wieder tanzen!
Entfache dein Feuer neu in mir!

Text (zu Hesekiel 36,26) und Musik: Martin Ergenzinger