Wenn der Tod sich ankündigt

Nicht immer kommt der Tod plötzlich, unerwartet. Häufig kündigt er sich an, manchmal wird er herbeigesehnt. Viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich ist, früh Ängste und Befürchtungen, Ahnungen und Fragen auszusprechen. Wenn dies gelingt, entsteht oft in der letzten Lebenszeit eines Menschen dadurch eine große Nähe in der Familie, die Kraft gibt für den Abschied.

 

 

Besuch vom Pfarrer / Pfarrerin

Gern kommt Ihr Pfarrer / Ihre Pfarrerin Sie in dieser Phase bereits zu einem oder mehreren Besuchen zu Ihnen nach Hause oder ins Krankenhaus und steht Ihnen begleitend zur Verfügung.

Manchmal kommt dem Pfarrer / der Pfarrerin gegenüber oder in seiner / ihrer Gegenwart etwas zur Sprache, was sonst keinen Ausdruck fände. Manchmal sind es gerade die begleitenden und oft pflegenden Angehörigen, denen ein Gespräch über ihre Situation gut tut.

Manchmal ist es möglich auf weitergehende Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen hinzuweisen.

Deshalb: Haben Sie Mut und bitten Sie Ihren Pfarrer / Ihre Pfarrerin um einen Besuch.

 

 

Wenn der Tod eingetreten ist

Wenn der vertraute Mensch gestorben ist, gleich ob plötzlich, erwartet oder ersehnt, steht die Welt still und nichts ist, wie es noch Minuten vorher war. Dies ergreift unsere Seele tief. Nicht immer macht sich dies in gleicher Weise deutlich, manchmal drückt es sich in dem Empfinden von Leere, tiefem Frieden, Verzweiflung, Glücksgefühl oder einer großen Stille aus. Dabei gibt es kein "gutes und richtiges" oder "schlechtes und falsches" Empfinden. Es ist, wie es in diesem Moment ist.

Die Alten wussten noch um die heilsame Kraft des Verweilens in der Atmosphäre des Sterbeortes und Verstorbenen. Heilsam scheint dies deshalb zu sein, weil es uns den Tod näher bringt, vertrauter macht und weil es uns die Zeit gibt zum Begreifen, was doch unbegreiflich ist und bleibt: dass der Mensch, der immer da war, nicht mehr wie bisher da ist. In diesem Verweilen bekommt die Trauer Raum, um Ausdruck zu finden und durchlebt werden zu können.

 

 

Der Sterbesegen

Der Sterbesegen befiehlt den Sterbenden oder gerade Gestorbenen in besonderer Weise Gott an. Darin drückt sich unser Sehnen, Wünschen und Hoffen aus, dass es für ihn oder sie Ruhe und Frieden geben möge, dass Gott für ihn oder sie einen Weg bereit hat und es ein Erwartet werden, Ankommen und Aufgehobensein bei Gott gibt.

Selbstverständlich kommt Ihr Pfarrer / Ihre Pfarrerin - wenn er / sie es nur irgend möglich machen kann - gern zu Ihnen, um in dieser Stunde Beistand zu leisten, Sie zu begleiten, ein Gebet und den Sterbesegen zu sprechen.

Falls Sie dies selbst tun möchten, finden Sie im Evangelischen Gesangbuch (EG) unter der Nummer 828-832 einen Vorschlag.

 

 

Die Zeit zwischen Sterben und Überführung

Insgesamt ist eine Tendenz erkennbar, diesen Zeitraum immer mehr zu verkürzen. Gesetzliches Minimum ist dabei eine Stunde nach Eintritt des Todes, denn erst dann darf der Totenschein von Arzt oder Ärztin ausgestellt werden.

Nun wird die Zeit zwischen dem Sterben und der Überführung vom Ort des Geschehens abhängen. Ob im Krankenhaus oder Zuhause stellt dabei einen Unterschied dar. Jedoch erscheint uns die Verkürzung deshalb problematisch, weil es den Tod und den Toten unsichtbar macht.

Früher wurden die Verstorbenen noch im Hause behalten, eine Tradition, die leider in den letzten Jahrzehnten fast in Vergessenheit geraten ist. Ihr Gewinn ist, dass wir das Sterben und den Tod damit ins Leben holen, selbstverständlicher und erlebbarer gemacht für Angehörige und auch für die Kinder. Nehmen Sie sich Zeit, vielleicht einen Tag und eine Nacht. Menschen, die dieser Erfahrung machten, erlebten, dass der Tod nicht etwas ist, das schlagartig hereintritt und berichteten, wie sich die Ausstrahlung der Verstorbenen in dieser Zeit veränderte. Zudem hätte diese allererste Zeit ihnen sehr geholfen, den Verstorbenen loszulassen.

 

 

Das Waschen, Bekleiden und Einsargen

Eine Frage, die es zu entscheiden gilt ist, wer den Toten für den letzten Weg bereiten soll. Wer also wird ihn oder sie waschen und bekleiden und zum Einsargen bereiten.

In der Mehrzahl der Fälle ist dies heute auf die Beerdigungsunternehmen übergegangen. Ausdrücklich sei jedoch darauf verweisen, dass dieser letzte Dienst durchaus von Angehörigen getan werden kann.

 

 

Die Aussegnung

Für viele Trauernde ist der Moment des in den Sarg Legens und das Verlassen des Hauses sehr bewegend. Hier wird etwas von der Endgültigkeit des Wegganges spürbar.

An manchen Orten ist es noch Tradition an dieser Stelle diesen wichtigen Weg und Übergang mit Gebet und Segnung zu begleiten. Damit wird in der Regel die Überführung auf den Friedhof eingeleitet. An vielen Orten gibt es die Tradition, die sogenannte Aussegnung im Hause oder beim Abschiednehmen in der Trauerhalle zu feiern.