Warum es lohnend ist, sich mit der Bibel zu beschäftigen

Die Bibel ist ein wichtiges Buch, für Gläubige und Nichtgläubige!
Gerd Theissen hat in seinem im Jahr 2003 erschienen Buch 'Zur Bibel motivieren' einige Gründe für diese Behauptung übersichtlich zusammengefasst.

Verstehen der eigenen Vergangenheit
Die Beschleunigung der kulturellen Entwicklung des Menschen fand im 'fruchtbaren Halbmond' (Vorderer Orient) statt. Weisheit, Rechtskultur, Gebete und Nachklänge ihrer Mythen sind bis heute prägend. Das Menschenbild (incl. der Idee der Menschenwürde), die Ethik (incl. der 10 Gebote und des Liebesgebots), das Geschichtsbild (das Verantwortung und Umkehr propagiert) und das Gottesverständnis (das in Gott ein Zentrum unendlicher ethischer Energie sah), sind aus unserer Geschichte nicht wegzudenken. Jeder gebildete Mensch sollte damit vertraut sein.

Beitrag zur Allgemeinbildung

Daran anknüpfend trägt die Beschäftigung mit der Bibel zur Allgemeinbildung bei. Sprichwörter wie 'ein Salomonisches Urteil fällen', 'eine Hiobsbotschaft empfangen' u.ä., sind ohne Kenntnis der Bibel nicht zu verstehen. Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob man glaubt oder nicht.

Kommunikationsbeitrag
"Eine pluralistische Welt ist darauf angewiesen, dass Menschen sich auch dann noch verstehen, wenn sie verschiedener Meinung sind. Sprachlosigkeit und Unverständnis schaffen die Voraussetzung für Konflikte." Wie es für Christen Pflicht ist, sich mit anderen Religionen auseinanderzusetzen und sie verstehen zu lernen, kann man von Nichtchristen erwarten, sich mit der Gedankenwelt und dem Glauben der Christen auseinanderzusetzen, um Vorurteile und Angst und damit Aggressivität abzubauen.
In der Bibel finden sich zahlreiche Grundmuster von Riten, Mythen und Ethos, die auch in anderen Religionen zu finden sind. Die Beschäftigung mit der Bibel ist also ein Beitrag zur Friedensarbeit. Auch im direkten Sinn. Religion kann lebenszerstörend sein (Fanatismus). Über ihr liegt auf der anderen Seite aber auch die Verheißung, "dass sich die Energie des Bösen in Segen verwandeln kann." Die Signale des Friedens sind in allen großen Religionen viel dominanter als die Aufforderungen zum Krieg!

Beitrag zur Identitätsfindung
Auch für nichtgläubige Menschen kann die Beschäftigung mit der Bibel zur eigenen Identitätsfindung helfen, indem man sich deutlich gegenüber dem Menschen- und Gottesbild der Bibel abgrenzt, es in Teilen übernimmt bzw. es durchwegs positiv bejaht. "In einer pluralistischen Welt kann man sich über religiöse Fragen verständigen, ohne missionarischen Zwang oder konfessorische Nötigung zu empfinden."

Gibt ethische Normen
In der Postmoderne fallen viele Traditionen weg. Was unseren Eltern als wichtig und absolut galt, wird hinterfragt. Die Grundfrage bleibt: Wie kann ein Zusammenleben glücken? Die Bibel bietet für gläubige und nichtgläubige Menschen viele ethische Ansätze, die diskutiert, modifiziert bzw. übernommen werden können. Die Bibel ist und bleibt das wichtigste Erfahrungsbuch der Menschheit.